Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Erkrath

Oliver von Hörsten

Organisation und Logistik

Leiter Codier-Team

ADFC Tourenleiter

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Oliver von Hörsten
Organisation und Logistik Leiter Codier-Team © OvH/ADFC

Interview mit Tourenleiter Oliver von Hörsten der ADFC Ortsgruppe Erkrath

Oliver, du bist schon viele Jahre aktives Mitglied im ADFC. Auf die vielen bemerkenswerten Aktionen, die du im Laufe der Jahre im und für den Verein initiiert hast, kommen wir im Laufe des Interviews noch detaillierter zu sprechen. Erzähle uns doch mal von deinen Anfängen im ADFC.

Tatsächlich bin ich bereits seit 34 Jahren Mitglied im ADFC. Auf einem Neumitgliedertreffen in Düsseldorf wurde ich 1992 angesprochen und seitdem bin ich auf unterschiedliche Art und Weise für den Verein aktiv. Angefangen habe ich beispielsweise mit Zelttouren an den  Niederrhein oder in die Eifel. Später habe ich drei- bis viermal jährlich Fahrradflohmärkte organisiert.

Erst seit der Corona-Zeit, also seit 2020, biete ich Tagestouren an.

Wenn du zurückschaust, wie hat sich der ADFC denn in den letzten 35 Jahren entwickelt?

Na ja, er ist natürlich viel professioneller geworden. Die Strukturen sind sehr viel klarer definiert. Hochglanzbroschüren und Auftritte auf social media erzeugen mehr Aufmerksamkeit. Es wird spannend sein zu beobachten, welchen Mehrwert die Gründung des Jungen ADFC für den Verein haben wird. Es ist wichtig die Ideen und Bedürfnisse junger Menschen zu berücksichtigen und sie aktiv in die Verkehrsgestaltung einzubringen.

Du erfüllst, wie schon angedeutet, sehr viele Aufgaben im ADFC. Du bist nicht nur Tourenleiter, sondern auch Bestandteil des vierköpfigen Erkrather Codier-Teams. Außerdem kümmerst du dich um Organisation und Logistik im Verein. Das alles ist ein immenser Zeitaufwand. Was motiviert dich an deiner ehrenamtlichen Arbeit?

Mir geht es ganz klar um die Fahrradlobby. Ich möchte helfen die Interessenvertretung für den Fahrradverkehr voranzubringen. Ich bin auf dem Lande groß geworden und konnte mit zwei Jahren Fahrrad fahren. Als ich in die Stadt zog musste ich das Fahrradfahren praktisch neu lernen. Drei Jahre lang jeden Tag über die Corneliusstraße in die Stadt Düsseldorf zu radeln, das war schon eine Herausforderung. 

Hinzu kommt der gesellschaftliche Aspekt. Wenn du in der Gruppe Leute findest, die deine Wellenlänge haben dann entstehen persönliche Freundschaften, die weit in den privaten Alltag hineinwirken. Das private Miteinander mit den Aktiven ist mir sehr wichtig.

Und: Einfach mal über den Tellerrand gucken – die Arbeit mit den verschiedenen ADFC-Ortsgruppen macht mir sehr viel Spaß.

Das Codieren von Fahrrädern zur Diebstahlprävention ist dank deines Engagements als regelmäßige Serviceleistung des ADFC etabliert. Wie viele Codierungen führst du im Jahr mit deinem Codier-Team durch?

Es sind etwa 100, hauptsächlich hochpreisige Fahrräder, die wir jährlich in Erkrath codieren.

Bereits zum vierten Mal wirst du in diesem Jahr einen CO2-freien Weihnachtsbaum-Lieferservice in Erkrath anbieten. Eine geniale Idee, die du dir mit dem angeschafften Fahrradanhänger der Ortsgruppe ausgedacht hast. Trifft diese Aktion auf viel dankbare Resonanz?

Bei dieser Aktion geht es vorrangig um Einsparung von CO2-Emissionen. Die Bäume wachsen im Erkrather Eulental, werden hier geschlagen und von uns mit dem Lastenrad samt Anhänger bis vor die Haustür gefahren. Der Platz auf dem Hänger wird gerne angenommen und ist immer ausgebucht.

Nebenbei bemerkt, und was viele vielleicht gar nicht wissen: Der ADFC ist laut Satzung auch ein Klima-, Natur- und Umweltschutzverein. Deshalb finde ich eine enge Zusammenarbeit und gemeinsame Aktionen mit klassischen Umweltverbänden, wie dem BUND oder dem NABU, absolut wichtig.

Übrigens kann der Termin für die nächste Weihnachtsbaum-Lieferaktion am 19. Dezember 2026 schon online gebucht werden. Gestartet wird traditionell mit Kaffee und Tee im Eulental.

Du bist ein gutes Beispiel dafür, dass der ADFC ein „Mitmach-Verein“ ist. Eine von dir mitinitiierte Aktion ist die Kampagne „Radwege ausgraben“, bei der auf zugewachsene Rad- und Fußwege aufmerksam gemacht wird. Wie sehr ärgert es dich, dass so wenig für die Radinfrastruktur getan wird? 

Der Radverkehr tritt auf der Stelle. Die allgemeine Unzufriedenheit mit der Radinfrastruktur wächst. Oft sind Radwege zu schmal (auch weil zugewachsen), holprig oder enden abrupt. Dies macht das Fahrradfahren unkomfortabel und unsicher – und schreckt viele Menschen ab. Stichwort „Naherholung“: Es kann doch nicht sein, dass Familien aus Sicherheitsgründen lieber mit dem Auto in die nähere Umgebung fahren, anstatt das Fahrrad als umweltfreundliche, gesunde und Wohlbefinden steigernde Alternative zu nutzen. 

Ich selbst bin zwar ein routinierter Radfahrer und weiß mich im Straßenverkehr zu behaupten. Das geht aber nicht jedem so. Es fehlt ein anständiges Radverkehrskonzept, das die Verkehrssicherheit verbessert, Emissionen reduziert und die Lebensqualität steigert.

Kommen wir zurück auf deine Tourenleiter-Aktivitäten. Auch im Herbst und Winter bietest du einmal im Monat sogenannte „Sonntags Quickies“ an. Wohin gehen diese zwei- bis dreistündigen Kurztouren? 

Die Idee dieser Kurztouren mit Startpunkt in Erkrath ist das Be- und Erfahren der näheren Umgebung. In der Herbst- und Winterzeit, also zwischen Oktober und März, finden diese Touren an einem Sonntag im Monat statt. Es werden 30 bis 35 km in alle Himmelsrichtungen geradelt.

Du bist als „Bio-Biker“ stets ohne Motor unterwegs. Wie viele Kilometer fährst du durchschnittlich im Jahr mit dem Fahrrad?

Hier muss ich differenzieren:

Mit dem Lastenrad: etwa 1.000 km 

Mit dem Tourenrad: etwa 2.000 – 2.500 km

Mit dem Faltrad: etwa 500 – 1.000 km

Mit dem Oldtimerfahrrad: etwa 100 – 150 km

Die „rasante Ruth“, das Lastenrad des ADFC, nutze ich für Einkäufe des Codier-Teams oder für andere ADFC-Aktionen und komme damit jährlich nochmals auf 300 – 500 km. 

Was hat es denn mit dem Oldtimer-Fahrrad auf sich?

Das ist das alte Rad meines Opas – ein NSU-Fahrrad aus den 1950ern ohne Schaltung, aber mit Stempelbremse.

Was sind deine Lieblingstouren in der Umgebung bzw. was ist dein persönlicher Tourentipp?

Meine Lieblingstour ist der traditionell im Juni stattfindende „Spaß von Worringen“. Hier  treffen sich die Bergischen Fahrradfahrer und die Kölner Bürger auf dem ehemaligen Schlachtfeld auf der Fühlinger Heide, um bei einem gemütlich Picknick einen schönen Nachmittag zu verbringen. Kulturhistorisch ist der 5. Juni 1288 für Düsseldorfer und Kölner ein wichtiges Ereignis, hat doch die Schlacht von Worringen dafür gesorgt, dass ein Dorf an der Düssel am 14.08.1288 Stadtrechte erhalten hat. 

Mein Tourentipp:

Empfehlen würde ich an einem Sonntagvormittag mit der S8 nach Wuppertal-Langerfeld zu fahren und dann über die Nordbahntrasse zurück in Richtung Erkrath zu radeln.

Dieses Interview wurde am 11. August 2026 geführt.

Vorstand ADFC Erkrath

Der ehrenamtliche Vorstand der Ortsgruppe Erkrath organisiert die Arbeit des ADFC vor Ort. Die einzelnen Mitglieder des erweiterten Vorstandes mit ihren Schwerpunktthemen und Kontaktdaten stellen wir Euch gerne vor:

Karl-Heinz Lambertz

Karl-Heinz Lambertz

Vorstand, Tourwart & Tourguide

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Norbert Lorenz

Norbert Lorenz

Vorstand, Öffentlichkeitsarbeit, Homepage und Soziale Medien

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Gabriele Leng

Gabriele Leng

Kassenwartin

Mitgliederbetreuung

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Oliver von Hörsten

Oliver von Hörsten

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Peter Martin - ADFC Erkrath

Peter Martin

Verkehrspolitik

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Nico Schmid

Tourenwartin

ADFC TourGuide

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Marlen Hagemann

ADFC TourGuide

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Klaudia Kliem

ADFC TourGuide

Codier-Team

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Udo Kölling

Udo Kölling

ADFC TourGuide

https://erkrath.adfc.de/person/oliver-von-hoersten

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